Gemeinsame Pressemitteilung 25.04.2008 |
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Forschungsprojekt entwickelt Strategien für die Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl Flächensparende Entwicklung in Stadt und Land Vogtsburg im Kaiserstuhl / Freiburg im Breisgau, 25. April 2008 – Jeden Tag werden in Baden-Württemberg Flächen in einer Größenordnung von mehr als 13 Fußballfeldern für neue Wohn- und Gewerbegebiete und neue Straßen „verbraucht“. Die Inanspruchnahme von Freiflächen zu reduzieren und die weitere Entwicklung stärker auf bereits bebaute Flächen zu lenken, ist seit langem erklärtes Ziel der Bundes- und der Landespolitik. Die konkrete Umsetzung gehen der Regionalverband Südlicher Oberrhein und die Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl jetzt auf innovative Weise an. Im Projekt FLAIR („Flächenmanagement durch innovative Regionalplanung“) erarbeiten sie neue Wege für eine flächensparende und nach innen gerichtete Entwicklung. Fachliche Begleitung bekommen sie dabei vom Institut für Grundlagen der Planung an der Universität Stuttgart und dem Planungsbüro pakora.net – Netzwerk für Stadt und Raum. Finanzielle Unterstützung erhält das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderschwerpunkts REFINA zur „Forschung für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein nachhaltiges Flächenmanagement“. Insgesamt ist das Projekt auf rund 600.000 Euro taxiert. Flächenverbrauch hat viele Dimensionen Für die beteiligten Fachleute aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft hat sich schon zu Anfang des Projekts deutlich gezeigt, dass die Flächeninanspruchnahme schon aus Gründen des Natur- und Landschaftserhalts ein drängendes Thema ist. Landwirtschaft und Weinbau, aber auch Tourismus und Naherholung, sind auf freie Flächen angewiesen. Angesichts einer insgesamt kaum mehr wachsenden Bevölkerung hat die Wiedernutzung von brachgefallenen und nicht genutzten Flächen innerhalb der Städte und Gemeinden auch eine finanzielle Dimension. Kosten für Unterhalt von Straßen und Kanalnetzen engen den Handlungsspielraum vieler Kommunen schon heute ein. Die zunehmende Zahl alter Menschen ist auf kurze Wege zu Versorgungsmöglichkeiten, Ärzten, Cafés und Naherholungsgebieten angewiesen. Erhalt und Attraktivität der Stadtzentren und Dorfkerne sind daher auch ein wichtiger Baustein für das soziale Zusammenleben und „Wir-Gefühl“ der Gemeinden und Ortsteilen. „Heute verstärkt auf Innenentwicklung zu setzen, bedeutet aber auch, Spielräume für zukünftige Entwicklungen der Gemeinde offen zu halten“, so Dr. Dieter Karlin, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein. „Dies gilt im Fall der Stadt Vogtsburg, und den landschaftlich sensiblen Kaiserstuhl ganz besonders.“ Prof. Dr. Walter Schönwandt von der Universität Stuttgart hebt den Stellenwert des komplexen Verfahrens hervor: „Viele der großen Herausforderungen, etwa die Flächeninanspruchnahme, vor allem aber die demografische Entwicklung, passieren schleichend. Hierauf angemessen zu reagieren, gelingt nur, wenn man sich abseits des Tagesgeschäfts und abseits konkreter Einzelvorhaben damit auseinandersetzt.“ Zu Beginn des Vorhabens wurden in Zusammenarbeit mit den Ortsverwaltungen sämtliche nicht und wenig genutzten Flächen in den sieben Stadtteilen von Vogtsburg identifiziert. „Wir kennen natürlich viele unserer brachliegenden Flächen“, so Bürgermeister Gabriel Schweizer. „Schon seit Jahren sind wir damit befasst, unsere Ortskerne attraktiv zu gestalten und die Flächen im Innenbereich weiterzuentwickeln.“ Die systematische Erhebung und Bewertung von insgesamt über 100 Potenzialflächen und die Kleinteiligkeit dieser Flächen hat aber auch ihn überrascht: „Die Flächenerhebung hat uns manche neuen Aspekte vor Augen geführt.“ Dazu gehört die Problematik, dass schon heute viele Häuser und Grundstücke nur noch von alleinstehenden Personen im Rentenalter bewohnt werden und dort nur noch wenige Investitionen in die Bausubstanz getätigt werden. Für viele dieser Immobilien wird in den nächsten Jahren ein Käufer oder eine neue Nutzung zu suchen sein. Strategien für die Innenentwicklung Aufbauend auf den Flächenerhebungen und einem Bündel spezifischer Rahmenbedingungen wurden in einem mehrstufigen Verfahren, Konzepte und Ideen erarbeitet, wie sich die Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl flächensparend weiterentwickeln kann. Heute (Freitag, 25. April 2008) haben die Planer ihre Strategien für die Innenentwicklung in Vogtsburg vorgestellt. Übereinstimmend stellen die Planungsteams heraus, dass die Aktivierung der nicht genutzten Flächen nur in einem abgestimmten Gesamtkonzept erfolgen kann. Dies umfasst auch eine Gesamtschau bei der Profil und Funktionen der einzelnen Ortsteile und der Gesamtstadt im regionalen Kontext thematisiert wurden. Ausgangspunkt für die qualitätsvolle Entwicklung als ländlich geprägte Naherholungs- und Urlaubsregion sollte die einzigartige naturräumliche Situation sein. Die engen Talgänge und die intensive Verknüpfung zwischen Bebauung und Landschaft erfordern eine besondere Gestaltung der öffentlichen Räume, zentralen Plätze und Ortsdurchfahrten. Ein weiteres Thema, das von allen Planern besonders betont wurde, ist die Entwicklung Vogtsburg als attraktiver Wohnstandort. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden demografischen Veränderungen gehört dazu die Weiterentwicklung und Ergänzung sowohl der vorhandenen Bausubstanz als auch der sozialen Infrastruktur und eine Optimierung des Öffentlichen Nahverkehrs. Bürgermeister Schweizer zeigte sich von den Ideen und dem vorlaufenden Diskussionsprozess mit Planungsbüros und Wissenschaftlern beeindruckt: „Die Sichtweise von Fachleuten und Planern von außerhalb einholen zu können, ist in jedem Fall ein Gewinn für Vogtsburg. Um der Innenentwicklung Vorrang gegenüber der Bebauung auf den Freiflächen einzuräumen, braucht es die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Angefangen bei den notwendigen Förderprogrammen, der Regionalplanung und unseren Nachbargemeinden bis hin zu den Eigentümern der Flächen. Vogtsburg wird sich hier auf allen Ebenen einbringen.“ Dr. Dieter Karlin, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, sieht noch weitere Adressaten des Vorhabens FLAIR: „Die hier entwickelten Strategien und Lösungswege können ein Beispiel für viele ländliche Gemeinden in der Region sein. Darüber hinaus nutzen wir das Projekt dafür, die Landes- und die Bundespolitik mit Sichtweisen unserer Gemeinden zu bereichern.“ |
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