Regionalverbände am Oberrhein fordern zügiges Handeln beim Hochwasserschutz

03. Jul 2014

Regionalverbände aus Freiburg und Karlsruhe tagen gemeinsam in Breisach am Rhein

Freiburg/Karlsruhe/Breisach am Rhein. Der Hochwasserschutz am Oberrhein war diese Woche (03.07.2014) erneut Thema einer gemeinsamen Sitzung der Regionalverbände Mittlerer und Südlicher Oberrhein mit Besichtigung des Polders Kulturwehr in Breisach. „Wir werden weiter am Ball bleiben, damit das Land auch in den kommenden Jahren ausreichend Haushaltsmittel bereitstellt und die Realisierung der noch ausstehenden Maßnahmen ohne Verzug fortsetzt“ waren sich die beiden Verbandsvorsitzenden Josef Offele (RVMO) und Otto Neideck (RVSO) einig. Die Rede war vom Integrierten Rheinprogramm des Landes Baden-Württemberg, das unter anderem den Bau und Betrieb mehrerer Hochwasserrückhalteräume entlang des Rheins zwischen Weil am Rhein und Mannheim beinhaltet. Sein Ziel ist ein System aus technischen aber auch ökologisch verträglichen Schutzmaßnahmen, das ein statistisch alle 200 Jahre auftretendes Hochwasser abpuffern kann. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels kommt der Hochwasservorsorge ein besonderer Stellenwert zu.

Der von den rund 46 Regionalräten am Nachmittag besuchte Polder Kulturwehr Breisach gehört zu den insgesamt 13 Rückhalteräumen des Landes Baden-Württemberg, die fast alle in den Regionen Südlicher und Mittlerer Oberrhein liegen. Mit einem Rückhaltevolumen von rund 70 Millionen Kubikmeter leisten die beiden Regionen bereits heute einen wichtigen Beitrag für den Hochwasserschutz am Oberrhein, von dem vor allem auch die Rheinanlieger flussabwärts profitieren.

Es bleibt allerdings noch viel zu tun, denn in Baden-Württemberg wird nach derzeitiger Einschätzung die Fertigstellung aller Rückhalteräume nicht vor dem Jahr 2028 möglich sein. In den beiden Regionen am Oberrhein sind bislang drei Rückhalteräume in Betrieb, drei weitere im Bau (s. Karte). Die Mitglieder der Planungsausschüsse beider Regionalverbände haben sich im Bewusstsein der Verantwortung gegenüber den Rheinunterliegern in ihrer Sitzung erneut für eine zügige Umsetzung des Integrierten Rheinprogramms ausgesprochen.


Gleichzeitig sahen die Regionalverbände das Land als Vorhabensträger in der Pflicht, im Dialog mit den betroffenen Kommunen hierfür Planungslösungen zu entwickeln, damit den Schutzbedürfnissen der Polderanwohner einerseits und der Rheinanlieger flussabwärts anderseits auch zeitnah Rechnung getragen werden kann. „Hochwasserschutz ist letztlich gelebte Solidarität am Fluss“, so der Tenor aus der Sitzung.

Anlage
Übersicht „Hochwasserrückhaltung am Oberrhein“