Gemeinsame Pressemitteilung des Regionalverbands Südlicher Oberrhein und des Ortenaukreises

Absichtserklärung für grenzüberschreitenden Radschnellweg Offenburg – Strasbourg unterzeichnet

Vertreter aus Region sehen Finanzierung beim Land

Unterzeichneten am Dienstag im Landratsamt eine gemeinsame Absichtserklärung für einen grenzüberschreitenden Radschnellweg Offenburg–Straßburg: (v.l.n.r.): Bürgermeister Manuel Tabor (Appenweier); Christian Dusch, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein; Infrastrukturen-Dezernent Michael Loritz sowie die Oberbürgermeister Marco Steffens (Offenburg) und Toni Vetrano (Kehl)
Unterzeichneten am Dienstag im Landratsamt eine gemeinsame Absichtserklärung für einen grenzüberschreitenden Radschnellweg Offenburg–Straßburg: (v.l.n.r.): Bürgermeister Manuel Tabor (Appenweier); Christian Dusch, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein; Infrastrukturen-Dezernent Michael Loritz sowie die Oberbürgermeister Marco Steffens (Offenburg) und Toni Vetrano (Kehl)

Zwischen Offenburg, Appenweier/Willstätt, Kehl und Strasbourg soll es künftig ein grenzüberschreitender Radschnellweg ermöglichen, größere Entfernungen schnell, sicher und bequem mit dem Fahrrad zurücklegen zu können. Die berührten Städte und Gemeinden, der Regionalverband Südlicher Oberrhein sowie der Landkreis Ortenaukreis haben heute (Dienstag, den 22. Oktober) im Landratsamt in Offenburg eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, die Realisierung des Radschnellwegs zeitnah voranzutreiben.

Welcher Mehrwert sich durch den Radschnellweg ergibt, erläuterte der für Infrastrukturen im Landkreis Ortenaukreis zuständige Dezernent Michael Loritz: „Durch das Projekt werden Verkehrsverlagerungen zugunsten des Radverkehrs erreicht. Dies leistet wiederum beidseits des Rheins einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Entlastung anderer Verkehrsträger.“ Christian Dusch, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, stellte die wesentlichen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie heraus, die der Regionalverband erstellt und nach rund einjähriger Bearbeitungszeit im Juli dieses Jahrs der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. „Die rund 30 km lange Radschnellverbindung zwischen Offenburg, Appenweier/Willstätt, Kehl und Strasbourg besitzt ein hohes Potenzial mit streckenweise über 2.500 Nutzern am Tag. Der Nutzen übersteigt die Investitionen von insgesamt 16,5 Millionen Euro bei weitem. Es ergibt sich ein, auch im bundesdeutschen Vergleich, gutes Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,6 weshalb die Verbindung zur Umsetzung empfohlen wird“, so Dusch. Dusch und Loritz sind sich zudem einig, dass der Radschnellweg, über die hohe Verkehrsbedeutung hinaus, auch dem grenzüberschreitenden Zusammenwachsen diene und ihm damit auch eine völkerverbindende Bedeutung zukomme. Besonders erfreulich sei es, dass die Eurometropole Strasbourg den Bau des Radschnellwegs ebenfalls unterstützen und in ihre Radverkehrsplanung mitaufnehmen wolle.

Angesichts der positiven Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie hat sich der Regionalverband dafür eingesetzt, dass das Land die Baulast für den Radschnellweg übernimmt. Damit wären Planung, Bau, Betrieb und Unterhalt grundsätzlich auch finanziell Sache des Landes. Lediglich innerhalb der Ortsdurchfahrten von Kehl und Offenburg müssten die Städte die Bau- und Unterhaltungslast selbst tragen, könnten beim Bau aber bis zu 87,5 Prozent bezuschusst werden. Vergleichbares konnte erst kürzlich für den Radschnellweg von Freiburg nach Emmendingen und Waldkirch erreicht werden.

Nach den bisherigen Ankündigungen des Landesverkehrsministeriums sowie einem gemeinsamen Gespräch zwischen dem Ministerium und dem Regionalverband ist die Radschnellverbindung zwischen Offenburg und Strasbourg jedoch weiterhin nicht für die Baulastträgerschaft des Landes vorgesehen. Der grenzüberschreitende Aspekt wird zwar gesehen, ließe sich jedoch in der Systematik des Landes nicht abbilden, so die bisherige Haltung des Ministeriums.

„Die heutige Absichtserklärung ist ein weiterer wichtiger Schritt zur erfolgreichen Verwirklichung der Radschnellverbindung zwischen Offenburg, Appenweier/Willstätt, Kehl und Strasbourg, bei dem die Projektpartner zusichern, den weiteren Prozess positiv zu begleiten und zu unterstützen und zugleich das Land aufgrund des über die regionale Ebene hinaus bedeutsamen Charakters in die Pflicht nehmen“, so Loritz. Dusch ergänzt: „Das Land hat nun die einmalige Möglichkeit ein umsetzungsreifes und vom regionalen Konsens getragenes Projekt zu realisieren, welches zugleich der Mobilitätswende, dem Umwelt- und Klimaschutz sowie der grenzüberschreitende Zusammenarbeit dient.“

Radschnellwege werden derzeit bundesweit und ebenso im benachbarten Ausland geplant und gebaut. Hierbei werden folgende Qualitätsstandards zugrunde gelegt:

  • Radschnellwege verlaufen geradlinig, ohne enge Kurven sowie getrennt vom Kfz- und Fußverkehr.
  • Sie weisen keine ungesicherten Querungen und idealerweise keine größere Steigungen auf.
  • Die Fahrbahn besteht aus einer witterungsunabhängigen Oberfläche und ist mindestens vier Meter breit, um einen Zweirichtungsverkehr sowie sicheres Überholen zu ermöglichen.
  • Sie werden das ganze Jahr hindurch regelmäßig gereinigt und verfügen über eine wegweisende Beschilderung sowie Beleuchtung.

Somit soll gewährleistet werden, dass Reisegeschwindigkeiten von mindestens 20 Stundenkilometern erreicht werden können.
Radschnellwege bieten insbesondere Berufspendlern völlig neue Qualitäten. Die Möglichkeit, mit gleichbleibender Fahrgeschwindigkeit und relativ niedrigem Energiebedarf störungsfrei und sicher voranzukommen, erhöht die Bereitschaft im alltäglichen Berufsverkehr auch mittlere Strecken zwischen fünf und 15 Kilometern mit dem Fahrrad zurückzulegen. Konfliktsituationen mit anderen Verkehrsteilnehmern sowie häufiges Bremsen und Anfahren an Kreuzungen gehören der Vergangenheit an. Da auf Radschnellwegen höhere Reisegeschwindigkeiten erzielt und größere Distanzen zurückgelegt werden können, eignen sie sich auch ideal für E-Bikes und Pedelecs. Durch die Attraktivität der neuartigen Infrastruktur werden neue Nutzergruppen generiert und der Radverkehrsanteil insgesamt gesteigert. Dies führt insbesondere auf der Straße zu einer Entlastung der Hauptverkehrsachsen. Dadurch geht die Stauanfälligkeit zurück und es werden Schadstoffemissionen und Lärmbelastungen reduziert. Da durch Radschnellwege auch im Hinblick auf Tourismus, Freizeit und Sport sowie Lastentransporte neue Qualitäten erreicht werden, erfährt die regionale Nahmobilität insgesamt eine Attraktivitätssteigerung.

Der Regionalverband Südlicher Oberrhein ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Freiburg und besteht aus der Verbandsversammlung, dem politischen Hauptorgan, und der Geschäftsstelle. Die 80 Mitglieder der Verbandsversammlung werden vom Gemeinderat der Stadt Freiburg sowie den Kreistagen der Landkreise Breis¬gau-Hoch-schwarzwald, Emmendingen und Ortenaukreis gewählt. Die Regionalrätinnen und -räte repräsentieren die geografische Vielfalt und parteiliche Zusammensetzung der Region.

Der gesetzliche Auftrag des Regionalverbands umfasst die Regionalplanung, die Landschaftsrahmenplanung sowie Maßnahmen zur Stärkung der teilräumlichen Entwicklung, zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Institutionen und zur Abstimmung raumbedeutsamer Maßnahmen. Als Plan- und Impulsgeber unterstützt und berät der Regionalverband die Städte und Gemeinden in allen planungsrelevanten Fragen. Er versteht sich bei der Vertretung regional bedeutsamer Interessen gegenüber Bund und Land als „Sprachrohr der Region“.

Weiterführende Informationen im Internet:
Regionalverband Südlicher Oberrhein
www.rvso.de
Machbarkeitsstudie für den grenzüberschreitenden Radschnellweg Offenburg – Strasbourg
www.rvso.de/rsw

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