Optimierung des Schallschutzkonzepts im Raum Buggingen

19. Okt 2020

Verbandsversammlung beschließt einstimmig die Stellungnahme der Region Südlicher Oberrhein zu den Bahn-Planungen im Abschnitt 8.4

In dichter Taktfolge befasst sich der Regionalverband mit den Planungen zum Aus- und Neubau der Rheintalbahn. In ihrer letzten Sitzung (15.10.2020) hat die Verbandsversammlung die Stellungnahme der Region Südlicher Oberrhein zu den Bahn-Planungen im Abschnitt 8.4 von Bad Krozingen nach Müllheim beschlossen. Einstimmig wurde unter anderem eine Optimierung der Schallschutzmaßnahmen im Raum Buggingen, ein Konzept zur Verwertung des Bodenaushubs und eine verbesserte Durchlässigkeit der Trasse für die Tierwelt gefordert.

Der Aus- und Neubau der Rheintalbahn bewegt die Region Südlicher Oberrhein seit Jahren. Nach umfänglicher Kritik an den ursprünglichen Planungen für den Abschnitt zwischen Bad Krozingen und Müllheim wurde 2009 der Projektbeirat „Rheintalbahn“ eingesetzt, in dem eine Übereinkunft zur Trassenführung und zum Schallschutz erreicht werden konnte. Diese Kernforderungen wurden schließlich vom Deutschen Bundestag bestätigt und mit finanziellen Mitteln abgesichert.

Die aktuelle Planung für den Abschnitt zwischen Bad Krozingen und Müllheim wurde vom Regionalverband Südlicher Oberrhein einer intensiven Prüfung unterzogen. „Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass die Bahn-Planungen die Beschlüsse des Projektbeirats zum Lärmschutz nicht vollumfänglich umsetzen“, so Verbandsvorsitzender Otto Neideck. Zwar wird der Großteil der Trasse im Abschnitt 8.4, wie beschlossen, in einer ortsfernen Tieflage geführt. Um das vereinbarte übergesetzliche Schallschutzniveau zu erreichen, plant die DB jedoch in Höhe Buggingen Schienenstegdämpfer und das sog. „Besonders überwachten Gleis“ einzusetzen. Im Projektbeirat (Kernforderung 4) wurde der Einsatz dieser Maßnahmen jedoch ausgeschlossen.

Die in Tieflage vorgesehene Trasse der Güterzugumfahrung führt auf etwa 9 Kilometer Länge zu einer Zerschneidung der Markgräfler Rheinebene. Dabei tangiert sie Bereiche, die für den großräumigen Biotopverbund zwischen Schwarzwald und Rhein von großer Bedeutung sind. Um den Bestand verschiedener Tier- und Pflanzenarten nicht zu gefährden, sind deshalb weitere bauliche Maßnahmen erforderlich. Hierzu zählen die Verbreiterung einzelner Überführungsbauwerke sowie zusätzliche Querungshilfen für die Tierwelt. „Die geforderten baulichen Optimierungen sind für die Umwelt- und Raumverträglichkeit dieses ‚Jahrhundertbauwerks‘ unverzichtbar. Sie stellen die bereits erreichten Verbesserungen der Planung bezüglich Trassierung und Schallschutz in keiner Weise in Frage“, so Verbandsdirektor Dr. Christian Dusch.

Einen weiteren Kritikpunkt liefert der anfallende Bodenaushub. Verbandsvorsitzender Otto Neideck: „Die vorliegende Planung gibt schlicht keine Auskunft darüber, wie die enormen Mengen an Bodenaushub verwertet und wohin diese verbracht werden sollen.“ Gerechnet wird, dass allein in diesem Bauabschnitt eine überschüssige Menge an Erdaushub in Höhe von insgesamt 1,7 Millionen Kubikmeter anfällt. Das entspricht der Ladung von rund 120.000 LKW. Im Interesse der Region liegt es, dass ein möglichst großer Teil davon, insbesondere die anfallenden Sande und Kiese, einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden. „Dies vermindert einerseits den Kiesabbau an anderer Stelle und schont andererseits die ohnehin knappen Kapazitäten auf den Deponien“, so Dusch.

Weitere Forderungen betreffen den erforderlichen Neubau des Haltepunkts Buggingen sowie den Grundwasserschutz. Die vollständige Stellungnahme kann im Gremieninformationssystem des Regionalverbands eingesehen werden.