Pressemitteilung vom 18.07.2019

18.07.2019

Neuer Windatlas - Daten bestätigen regionale Windenergieplanung

Ende Mai diesen Jahres wurde in Stuttgart durch Umwelt- und Energieminister Untersteller ein neuer Windatlas vorgestellt. Dieser zeigt, wo im Land wie viel Wind weht und wo damit ein wirtschaftlicher Betrieb von Windkraftanlagen möglich erscheint. Die Landesregierung erhofft sich von dieser verbesserten Datengrundlage neuen Schwung für die Windenergienutzung.

Der Regionalverband Südlicher Oberrhein hat sich mit dem neuen Windatlas auseinandergesetzt. In der Sitzung des Planungsausschusses am Donnerstag, 18.07.2019, wurden erste Schlussfolgerungen für die Region vorgestellt und diskutiert. Gegenüber dem alten Windatlas aus dem Jahr 2011 und dessen Annahmen würden durch die neuen Parameter nun 50 Prozent anstatt vormals 15 Prozent des Verbandsgebiets über ein ausreichend hohes Windpotenzial zum wirtschaftlichen Betrieb von Windkraftanlagen verfügen. Auffallend dabei sei, dass – anders als bisher – auch weite Teile der Rheinebene als wirtschaftlich machbar gelten würden.

Was bedeutet das für das erst vor wenigen Monaten rechtskräftig gewordene Regionalplankapitel Windenergie? Verbandsvorsitzender Otto Neideck: „Auf Grundlage unserer heute vorgestellten Auswertung sehe ich keinen Anlass, dass wir wegen des neuen Windatlasses unseren Regionalplan erneut überarbeiten müssten.“ Verbandsdirektor Dr. Christian Dusch betont: „Wir haben festgestellt, dass nahezu alle regionalplanerisch festgelegten Gebiete für die Windenergienutzung auch nach dem neuen Windatlas und der vom Umweltministerium genannten Ren-tabilitätsschwelle als ertragreiche Standorte gelten.“ Konkret gilt dies für 97 Prozent der im Regionalplan ausgewiesenen Fläche.

Keine neuen Gebiete, die in gleichem Maße konfliktarm und wirtschaftlich geeignet sind

Untersucht wurden jedoch nicht nur die bisher festgelegten Gebiete für die Nutzung der Windenergie, sondern auch neue laut Windatlas jetzt windhöffige Bereiche. Dusch: „Aktuell sehen wir aus regionaler Perspektive keine weiteren Gebiete, die in dem gleichen Maße konfliktarm und wirtschaftlich geeignet wären, wie die bisherigen 18 Vorranggebiete. Ob und inwieweit sich neue Fenster für die Windenergienutzung öffnen, hängt im Wesentlichen von den Absichten sowie den weiteren Untersuchungen der kommunalen Planungsträger ab.“ Dabei werde, so Dusch, im ein oder anderen Fall auch die Frage nach Änderung bestehender Landschaftsschutzgebiete wieder akut.

„Eine Verbesserung der Datengrundlage ist grundsätzlich zu begrüßen. Der neue Windatlas alleine wird jedoch nicht zu mehr Windkraftanlagen führen. Hierzu braucht es weitere Impulse“, fasst Neideck zusammen. Dusch verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die während der Planung zu berücksichtigen Kriterien unverändert hoch und die Chancen der baden-württembergischen Standorte, sich bei den bundesweiten Ausschreibungsrunden durchzusetzen, unverändert gering seien.

Der Regionalverband werde in den kommenden Wochen mit zahlreichen Städten und Gemeinden Gespräche führen und sich über das weitere Vorgehen austauschen. Darüber hinaus stehe die Verbandsgeschäftsstelle als vom Land gefördertes Regionales Kompetenzzentrum für die Windkraftplanung allen Städten, Gemeinden und Landkreisen als Ansprechpartner und Berater zur Verfügung. Auch mit dem Land werde man weiterhin den Kontakt suchen, da derzeit nicht abschließend geklärt sei, wie die Städte und Gemeinden mit ihren (vielfach noch nicht abgeschlossenen) Wind-Flächennutzungsplanungen umgehen müssen.

Der Regionalverband Südlicher Oberrhein ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Freiburg und besteht aus der Verbandsversammlung, dem politischen Hauptorgan, und der Geschäftsstelle. Die 80 Mitglieder der Verbandsversammlung werden vom Gemeinderat der Stadt Freiburg sowie den Kreistagen der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und Ortenaukreis gewählt. Die Regionalrätinnen und -räte repräsentieren die geografische Vielfalt und parteiliche Zusammensetzung der Region.
Der gesetzliche Auftrag des Regionalverbands umfasst die Regionalplanung, die Landschaftsrahmenplanung sowie Maßnahmen zur Stärkung der teilräumlichen Entwicklung, zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Institutionen und zur Abstimmung raumbedeutsamer Maßnahmen. Als Plan- und Impulsgeber unterstützt und berät der Regionalverband die Städte und Gemeinden in allen planungsrelevanten Fragen. Er versteht sich bei der Vertretung regional bedeutsamer Interessen gegenüber Bund und Land als „Sprachrohr der Region“.

Weiterführende Informationen im Internet:

Regionalverband Südlicher Oberrhein
www.rvso.de

Regionalplan Südlicher Oberrhein
(samt dem Kapitel 4.2.1 Windenergie)
www.rvso.de/de/regionalplanung/Regionalplan.php

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