Pressemitteilung 26.06.2020

Pressemitteilung 26.06.2020

8 Millionen Euro europäische Fördergelder für die Oberrheinregion

Die Europäische Union fördert 13 neue grenzüberschreitende Projekte am Oberrhein mit insgesamt 8 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Entscheidung über die Bereitstellung der Mittel fiel am Donnerstag, 25. Juni 2020, in der Sitzung des Begleitausschusses des europäischen Programms INTERREG in Strasbourg. Der Begleitausschuss setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Baden, der Südpfalz, dem Elsass und der Nordwestschweiz zusammen. Die Region Südlicher Oberrhein wird darin vom Regionalverband Südlicher Oberrhein vertreten.

„Die bewilligten Mittel machen die Projekte erst möglich“, betont der Verbandsvorsitzende des Regionalverbands, Otto Neideck. „Damit tragen die finanziellen Mittel der Europäischen Union zur Verfestigung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region bei und sind gerade in der jetzigen Zeit ein wichtiges Zeichen“, so Neideck.

Die geförderten Projekte betreffen unterschiedliche Themenbereiche. So werden etwa die Vorbereitungsmaßnahmen zur Renaturierung des Rheins und seiner Auen in den Naturschutzgebieten Taubergießen bei Rust, Kappel-Grafenhausen und auf der Île de Rhinau gefördert. Zur Ressourcenschonung und CO2-Reduzierung fließen Gelder nach Kehl/Strasbourg. Die nachhaltige Mobilität in der südlichen Ortenau wird mit der Förderung der Buslinie Lahr – Erstein vorangebracht. Auch die Hochschule Offenburg wird im Verbund des trinationalen Verbunds TriRhenaTech gefördert und will die grenzüberschreitende Mobilität der Ingenieure steigern.

„Neben diesen größeren Projekten werden aber auch sogenannte Kleinprojekte gefördert“, erläutert der Verbandsdirektor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, Dr. Christian Dusch. Die Kleinprojekte dienen der Förderung von Bürgerbegegnungen und zur Steigerung Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit dem Oberrhein als grenzüberschreitender Region. „Davon können auch Vereine profitieren, die grenzübergreifende Projekte durchführen wollen. Damit kann der Austausch der Zivilgesellschaft zielgerichtet unterstützt werden“, betonte Dusch. Bis Endes des Jahres 2020 können weiterhin Förderanträge für Kleinprojekte eingereicht werden. Über 240.000 Euro an INTERREG-Geldern stehen noch zur Verfügung. Potenzielle Interessierte können sich für mehr Informationen zur Förderantragstellung an das INTERREG-Sekretariat oder an den für sie zuständigen Eurodistrikt wenden.

Angenommene Projekte (Auswahl)

  • Das Projekt Rhinaissance beabsichtigt die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Renaturierung des Rheins und seiner Auen in den Naturschutzgebieten Taubergießen in Deutschland und auf der Île de Rhinau in Frankreich (Untersuchungsgebiet von ca. 19 km²). Auf Grundlage der Studienergebnisse wird der beauftragte Dienstleister verschiedene Szenarien zur Renaturierung und ökologischen Aufbereitung dieses Gebiets skizzieren. Bei der Machbarkeitsstudie handelt es sich um die Vorbereitungen zur Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen. (Projektpartner: Regierungspräsidium Freiburg, Gemeinden Rust und Kappel-Grafenhausen, Landkreis Emmendingen, Ortenaukreis und andere; Europäische Fördermittel: 169.000 Euro.)
  • Die Eurometropole Strasbourg, die Stadt Kehl und ihre Partner streben im Zuge einer nachhaltigen grenzüberschreitenden Stadtentwicklung an, ihre Ressourcen und Energienutzung in Teilen zu vergemeinschaften. Dafür soll das Abwärmepotenzial der Badischen Stahlwerke (BSW) im Kehler Hafen für die Wärmenetze des Ballungsraumes genutzt werden. So kann das Projekt Wärmerückgewinnung BSW ein nachhaltigeres und kohlenstoffärmeres Heizen ermöglichen. Zur Umsetzung des Projektes soll ein deutsch-französisches Unternehmen gegründet werden, welches mit Bau und Betrieb der Wärmetransportleitung beauftragt sein wird. (Projektpartner: Eurométropole de Strasbourg, Stadt Kehl und andere; Europäische Fördermittel: 1.043.000 Euro.)
  • Durch die Einführung einer regelmäßig getakteten grenzüberschreitenden Buslinie zwischen Lahr und Erstein sollen die beiden Städte mittels eines nachhaltigen ÖPNV-Angebots miteinander verbunden werden. Das von der Région Grand Est getragene Projekt ist für die breite Öffentlichkeit angelegt und der Bus soll in einer Frequenz von sechs Hin- und Rückfahrten am Tag zwölf Haltestellen anfahren. Durch den Ausbau des Verkehrsnetzes wird zusätzlich die Anbindung an Bus und Bahn auf beiden Seiten der Grenze verbessert. (Projektpartner: Région Grand Est, Ortenaukreis, Eurodistrict Strasbourg-Ortenau und andere; Europäische Fördermittel: 529.000 Euro.)
  • Die drei Rheinbrücken zwischen Chalampé und Neuenburg bilden eine wichtige Verbindung zwischen dem südlichen Elsass und dem Markgräflerland. Sie sind zugleich Knotenpunkte für die Vielzahl an dort verlaufenden grenzübergreifenden Radwegen. Doch gerade für Radfahrer und Fußgänger gestaltet sich, mangels notwendiger Sicherheitsmaßnahmen, der Übergang über diese Brücken schwierig oder sogar gefährlich. Im Rahmen des Projekts Chalampé – Neuenburg mit dem Rad soll vorerst eine Machbarkeitsstudie geeignete technische Lösungen liefern, wie die Sicherung des Fußgänger- und Radverkehrs auf den Brücken zwischen Chalampé und Neuenburg erfolgen kann. Längerfristig wird das Ziel verfolgt, den Zustand, Komfort und die Sicherheit der Brücken für Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen. Auch im Zuge der Landesgartenschau (www.neuenburg2022.de), ein touristischer Magnet für Radfahrer, soll diesen eine erhöhte Sicherheit gewährt werden können. (Projektpartner: Mulhouse Alsace Agglomération, Stadt Neuenburg am Rhein und andere; Europäische Fördermittel: 45.000 Euro.)
  • TriRhenaTech ist eine Allianz der in der angewandten Wissenschaft, grenzüberschreitend forschenden und vernetzten Hochschulen in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein. Ziel des Projektes MINT-Ing: Internationale Mobilität der Ingenieure ist es, die Studierenden für das Potenzial des Arbeitsmarkts im Oberrhein zu sensibilisieren und somit dessen Wirtschaftsstruktur zu stärken. Mittels in den Studiengängen integrierter grenzüberschreitender Mobilitätsmaßnahmen soll der Erwerb interkultureller Kompetenzen die Studierenden zusätzlich qualifizieren. Im Rahmen des Projekts sollen unter anderem interkulturelle Sommeruniversitäten organisiert, Mobilitätsprojekte zwischen den Hochschulen der TriRhenaTech Allianz ermöglicht und eine Plattform mit Praktikumsangeboten eingerichtet werden. (Projektpartner: Hochschule Offenburg und andere; Europäische Fördermittel: 217.000 Euro.)
  • Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 sollen dank des Projekts Rheingold: Spannende E-S(ch)atz-suche am Oberrhein von einem digitalen, sprachgesteuerten Lernspiel profitieren, welches den Erwerb elementarer Kompetenzen im Bereich der beruflichen Kommunikation auf Deutsch und Französisch ermöglicht. Das Lernspiel stellt auch die bestehenden grenzüberschreitenden Ausbildungsmöglichkeiten und zukunftsträchtigen Berufsbranchen im Oberrhein vor. Zur Einbindung der Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung des digitalen Lernspiels werden grenzüberschreitende Klassenbegegnungen in Form von „Mini-Hackathons“ organisiert. Die Projektpartner beabsichtigen so und mittels einer großangelegten Kommunikationskampagne rund um das Projekt, das Interesse der Jugendlichen an einer grenzüberschreitenden Ausbildung möglichst früh zu wecken. (Projektpartner: Conseil départemental du Haut-Rhin, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Regierungspräsidium Freiburg, Handwerkskammer Freiburg und andere; Europäische Fördermittel: 139.000 Euro.)
  • Seit Jahren schon hat das Elsass mit einem Mangel an qualifizierten Deutschlehrkräften zu kämpfen. Damit die zweisprachige Schulbildung nicht nur weiter fortgeführt, sondern auch verstärkt verbreitet werden kann, hat der Verein „Eltern Alsace“ gemeinsam mit seinen deutschen und französischen Partnern das Projekt RecrutOR ins Leben gerufen. Damit soll eine trinationale Plattform am Oberrhein zur Förderung, Sensibilisierung und Rekrutierung im Hinblick auf die Berufe der zweisprachigen Schulbildung sowie der Förderung der Regionalsprache im Elsass geschaffen werden. Mittels einer strukturierten Kommunikationskampagne auf den Ausbildungs- und Rekrutierungsplattformen der Oberrheinregion und geeigneter Fortbildungsmaßnahmen, soll das Interesse für Berufe im zweisprachigen Lehrbetrieb geweckt werden. Langfristig bleibt das Ziel, einen deutschsprachigen Bewerberpool zu erstellen und so die Bedürfnisse an Lehrkräften stets decken zu können. (Projektpartner: Eltern Alsace, IHK Südlicher Oberrhein, Handwerkskammer Freiburg, Agentur für Arbeit Freiburg und andere; Europäische Fördermittel: 293.000 Euro)
  • Dank der finanziellen Unterstützung durch das INTERREG-Programm wird der deutsch-französi-schen Wasserschutzpolizeistation in Kehl die Anschaffung eines schweren Polizeiboots ermöglicht. Durch eine gemeinsame technische Ausstattung wird das deutsch-französische Team des Polizeiboots die Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen auf dem Rhein verstärken können. Das Schnellboot wird mit den modernsten Technologien und einer umweltschonenden Motorisierung ausgestattet sein. (Projektpartner: Direction générale de la Gendarmerie nationale, Hafenverwaltung Kehl, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oberrhein – Freiburg und andere; Europäische Fördermittel: 618.000 Euro.)

INTERREG Oberrhein – das EU-Förderprogramm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Der Begleitausschuss des Programms INTERREG Oberrhein setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Baden, der Südpfalz, dem Elsass und der Nordwestschweiz zusammen. Die Europäische Union hat dem Begleitausschuss die Vergabe der Fördermittel für regionale Kooperationsprojekte übertragen. Gefördert werden Projekte, die einen besonders dauerhaften Effekt für die grenzübergreifende Oberrheinregion haben. Das europäische Programm verfügt für den Zeitraum von 2014 bis 2020 über insgesamt 109,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Seit 2014 wurden in den Bereichen Forschung, Mobilität, Umweltschutz, Arbeit, Tourismus und Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden und der Zivilgesellschaft bereits 147 Projekte auf den Weg gebracht.

Europa macht’s möglich – seit 30 Jahren!

Das INTERREG-Programm am Oberrhein feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Mit der Online-Kampagne „30 Geschichten aus 30 Jahren“ können Sie jede Woche von einem in den vergangenen 30 Jahren am Oberrhein geförderten Projekt, einer Struktur oder Themengebieten erfahren. Informationen zu dem Programm und zu 30 Jahren INTERREG am Oberrhein finden Sie unter www.interreg-oberrhein.eu.
Für weitere Informationen stehen Ihnen die Referentinnen für Öffentlichkeitsarbeit des INTERREG-Sekretariats bei der Région Grand Est gerne zur Verfügung (Anne-Sophie Mayer, anne-sophie.mayer@grandest.fr, Tel. +33 388 15-3810; Aline Schwoob, aline.schwoob@grandest.fr, Tel. +33 388 15-6486).

Der Regionalverband Südlicher Oberrhein ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Freiburg und besteht aus der Verbandsversammlung, dem politischen Hauptorgan, und der Geschäftsstelle. Die 80 Mitglieder der Verbandsversammlung werden vom Gemeinderat der Stadt Freiburg sowie den Kreistagen der Landkreise Breis¬gau-Hoch-schwarzwald, Emmendingen und Ortenaukreis gewählt. Die Regionalrätinnen und -räte repräsentieren die geografische Vielfalt und parteiliche Zusammensetzung der Region.

Der gesetzliche Auftrag des Regionalverbands umfasst die Regionalplanung, die Landschaftsrahmenplanung sowie Maßnahmen zur Stärkung der teilräumlichen Entwicklung, zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Institutionen und zur Abstimmung raumbedeutsamer Maßnahmen. Als Plan- und Impulsgeber unterstützt und berät der Regionalverband die Städte und Gemeinden in allen planungsrelevanten Fragen. Er versteht sich bei der Vertretung regional bedeutsamer Interessen gegenüber Bund und Land als „Sprachrohr der Region“.

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