Pressemitteilung vom 18.07.2019

18.07.2019

Erste grenzüberschreitende Radschnellverbindung – schneller per Velo in die Eurometropole

Planung für Radschnellweg Offenburg – Strasbourg vorgelegt

Im Rahmen der heutigen Sitzung des Regionalverbands Südlicher Oberrhein in Offenburg wurde die Machbarkeitsstudie für den bundesweit ersten grenzüberschrei-tenden Radschnellweg vorgestellt. Eine Radschnellverbindung zwischen Offenburg, Appenweier/Willstätt, Kehl und Strasbourg hätte ein hohes Potenzial und wird mit streckenweise über 2.500 Nutzern am Tag zur Umsetzung empfohlen. Zu diesem Ergebnis kommt der Leiter der beauftragten Studie, Gernot Steinberg vom Büro Planersocietät: „Herauszustellen ist die Wirtschaftlichkeit des grenzüberschreitenden Radschnellwegs. Der Nutzen übersteigt die Investitionen bei weitem. Es wird ein Nutzen-Kosten-Faktor von 1,6 erreicht.“

Angesichts der positiven Ergebnisse und der grenzüberschreitenden Bedeutung der Strecke, so betont Ver-bandsvorsitzender Otto Neideck, gehe man davon aus, dass das Land die Baulast für diesen Radschnellweg übernehmen werde. Damit wären dann Planung, Bau, Betrieb und Unterhalt grundsätzlich auch finanziell Sache des Landes. Lediglich innerhalb der Ortsdurchfahrten von Kehl und Offenburg müssten die Städte die Bau- und Unterhaltungslast selbst tragen, könnten beim Bau wiederum bis zu 87,5 Prozent bezuschusst werden.

Nach den bisherigen Ankündigungen des Landesvervehrsministeriums ist die Radschnellverbindung zwischen Offenburg und Strasbourg nicht für die Baulastträgerschaft des Landes vorgesehen. Mit Abschluss der Machbarkeitsstudie kann sich dies jedoch noch ändern. Verbandsdirektor Dr. Christian Dusch: „Uns stimmt in diesem Zusammenhang optimistisch, dass auch Verkehrsminister Winfried Hermann seinerseits bereits festgestellt hat, dass der grenzüberschreitende Mehrwert dieser Radschnellwegs zu berücksichtigen sei. Diese Verbindung kann daher nicht nach ‚Schema F‘ beurteilt werden.“ „Mit dem fraktionsübergreifenden Rückhalt aus unserem politischen Gremium werden wir uns weiter für die Übernahme der Baulastträgerschaft durch das Land einsetzen“, so Neideck. Auch in den beteiligten Städten und Gemeinden auf deutscher Seite sowie im Rathaus der Eurometropole Strasbourg wird die Planung unterstützt.

Wie Verbandsdirektor Dusch bestätigt, wird der Regionalverband auch die Umsetzung der anderen bereits untersuchten Radschnellwegkorridore unterstützen. Mit den beteiligten Städten und Gemeinden und den Landratsämter sei man im konstruktiven Austausch, um auch den Radschnellweg Freiburg – Umkirch/March sowie den Radschnellweg Kinzigtal (Offenburg – Gengenbach) voranzubringen. Nach bereits erfolgter Zusage des Landes, die Baulastträgerschaft für die Radschnellverbindung von Freiburg nach Emmendingen und Waldkirch zu übernehmen, werden die weiteren Planungen in diesem Fall im Herbst zuständigkeitshalber auf das Regierungspräsidium Freiburg übergehen.

Radschnellwege werden derzeit bundesweit und ebenso im benachbarten Ausland geplant und gebaut. Hierbei werden folgende Qualitätsstandards zugrunde gelegt:

  • Radschnellwege verlaufen geradlinig, ohne enge Kurven sowie getrennt vom Kfz- und Fußverkehr.
  • Sie weisen keine ungesicherten Querungen und ideal-erweise keine größere Steigungen auf.
  • Die Fahrbahn besteht aus einer witterungsunabhängigen Oberfläche und ist mindestens vier Meter breit, um einen Zweirichtungsverkehr sowie sicheres Überholen zu ermöglichen.
  • Sie werden das ganze Jahr hindurch regelmäßig gereinigt und verfügen über eine wegweisende Beschilderung sowie Beleuchtung.

Somit soll gewährleistet werden, dass Reisegeschwindigkeiten von mindestens 20 Stundenkilometern erreicht werden können.

Radschnellwege bieten insbesondere Berufspendlern völlig neue Qualitäten. Die Möglichkeit, mit gleichbleibender Fahrgeschwindigkeit und relativ niedrigem Energiebedarf störungsfrei und sicher voranzukommen, erhöht die Bereitschaft im alltäglichen Berufsverkehr auch mittlere Strecken zwischen fünf und 15 Kilometern mit dem Fahrrad zurückzulegen. Konfliktsituationen mit anderen Verkehrsteilnehmern sowie häufiges Bremsen und Anfahren an Kreuzungen gehören der Vergangenheit an. Da auf Radschnellwegen höhere Reisegeschwindigkeiten erzielt und größere Distanzen zurückgelegt werden können, eignen sie sich auch ideal für E-Bikes und Pedelecs. Durch die Attraktivität der neuartigen Infrastruktur werden neue Nutzergruppen generiert und der Radverkehrsanteil insgesamt gesteigert. Dies führt insbesondere auf der Straße zu einer Entlastung der Hauptverkehrsachsen. Dadurch geht die Stauanfälligkeit zurück und es werden Schadstoffemissionen und Lärmbelastungen reduziert. Da durch Radschnellwege auch im Hinblick auf Tourismus, Freizeit und Sport sowie Lastentransporte neue Qualitäten erreicht werden, erfährt die regionale Nahmobilität insgesamt eine Attraktivitätssteigerung.

Der Regionalverband Südlicher Oberrhein ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Freiburg und besteht aus der Verbandsversammlung, dem politischen Hauptorgan, und der Geschäftsstelle. Die 80 Mitglieder der Verbandsversammlung werden vom Gemeinderat der Stadt Freiburg sowie den Kreistagen der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und Ortenaukreis gewählt. Die Regionalrätinnen und -räte repräsentieren die geografische Vielfalt und parteiliche Zusammensetzung der Region.
Der gesetzliche Auftrag des Regionalverbands umfasst die Regionalplanung, die Landschaftsrahmenplanung sowie Maßnahmen zur Stärkung der teilräumlichen Entwicklung, zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Institutionen und zur Abstimmung raumbedeutsamer Maßnahmen. Als Plan- und Impulsgeber unterstützt und berät der Regionalverband die Städte und Gemeinden in allen planungsrelevanten Fragen. Er versteht sich bei der Vertretung regional bedeutsamer Interessen gegenüber Bund und Land als „Sprachrohr der Region“.

Machbarkeitsstudie für den grenzüberschreitenden Radschnellweg Offenburg – Strasbourg

Weiterführende Information zum Thema Radschnellwege Südlicher Oberrhein finden Sie hier.



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