Radschnellwege I

23. Okt 2020

Regionalverband begrüßt Einstieg in die konkrete Planung beim Radschnellweg Freiburg – Waldkirch/Emmendingen

In der jüngsten Sitzung der Verbandsversammlung des Regionalverbands Südlicher Oberrhein am 15.10.2020 wurde über die aktuellen Fortschritte des künftigen Radschnellwegs Freiburg – Denzlingen – Waldkirch/Emmendingen berichtet. Martin Laufer und Benedict Buchberger vom Regierungspräsidium Freiburg stellten die erforderlichen Planungsschritte vor, damit voraussichtlich ab 2028 ein störungsfreies und sicheres Pendeln per Pedal zwischen den beiden Großen Kreisstädten und Freiburg möglich sein wird.

Für die rund 26 Kilometer lange Trasse, auf der in bestimmten Abschnitten einmal bis zu 12.000 Radfahrende pro Tag fahren werden, sind Planungskosten von 1,4 Millionen Euro angesetzt. Von diesen Kosten wird der Bund 1,1 Millionen Euro übernehmen. Mit dem Bau soll 2027 begonnen werden. Teilabschnitte können eventuell schon früher der Nutzung übergeben werden.

Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanungsphase. In dieser findet die Auswahl einer Vorzugsvariante für die künftige Streckenführung statt. Zudem wird es im Rahmen der bald anstehenden Öffentlichkeitsbeteiligung den Bürgern und Bürgerinnen möglich sein, ihre Kenntnisse und Vorstellungen miteinzubringen.

Verbandsvorsitzender Otto Neideck freute sich sehr, dass es mit dem Projekt nun weitergehe. Für diesen und weitere Radschnellwege hatte der Regionalverband bereits im Jahr 2018 mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie einen wesentlichen Baustein zur Umsetzung des Projekts gelegt. „Durch die Einbindung in alle Begleitgremien kann der Regionalverband mit seinem Erfahrungsschatz auf dem Gebiet den Prozess weiterhin unterstützen“ betonte der Verbandsdirektor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, Dr. Christian Dusch.

Der Einstieg des Regierungspräsidiums in den konkreten Planungsprozess wurde auch von der Verbandsversammlung fraktionsübergreifend begrüßt. Dass es jedoch von der Idee bis hin zur Fertigstellung der gesamten Strecke einmal rund zehn Jahre dauern könnte, so Neideck, sei schwer zu vermitteln. Gerade bei Projekten ohne ersichtliche Hindernisse und mit hohem Nutzen für Mensch und Umwelt müsse es künftig wesentliche Vereinfachungen für die Planungsträger geben. Dusch ergänzte: „Am 19.11.2020 wird der Hauptausschuss des Regionalverbands darüber entscheiden, mit weiteren Machbarkeitsstudien fünf zusätzliche Korridore in der Region anzustoßen“. Es handelt sich hierbei um die Korridore:

  • Freiburg – Bad Krozingen – Heitersheim – Müllheim,

  •  Freiburg – Kirchzarten,

  • (Freiburg –) Umkirch / March – Breisach,

  • Lahr – Ettenheim / Rust – Herbolzheim – Kenzingen – Emmendingen und

  • (Offenburg –) Appenweier – Renchen – Achern – Bühl mit Verbindung nach Rheinau – Gambsheim.

Vorbehaltlich des Beschlusses des Hauptausschusses würden die Machbarkeitsstudien für die etwa 125 weiteren Kilometer Ende 2021 vorliegen.

Radschnellwege werden derzeit bundesweit und ebenso im benachbarten Ausland geplant und gebaut. Hierbei werden folgende Qualitätsstandards zugrunde gelegt:

  • Radschnellwege verlaufen geradlinig, ohne enge Kurven sowie getrennt vom Kfz- und  Fußverkehr.
  • Sie weisen keine ungesicherten Querungen und idealerweise keine größeren Steigungen auf.
  • Die Fahrbahn besteht aus einer witterungsunabhängigen Oberfläche und ist mindestens vier Meter breit, um einen Zweirichtungsverkehr sowie sicheres Überholen zu ermöglichen.
  • Sie werden das ganze Jahr hindurch regelmäßig gereinigt und verfügen über eine wegweisende Beschilderung sowie Beleuchtung.

Somit soll gewährleistet werden, dass Reisegeschwindigkeiten von mindestens 20 Stundenkilometern erreicht werden können.

Radschnellwege bieten insbesondere Berufspendlern völlig neue Qualitäten. Die Möglichkeit, mit gleichbleibender Fahrgeschwindigkeit und relativ niedrigem Energiebedarf störungsfrei und sicher voranzukommen, erhöht die Bereitschaft im alltäglichen Berufsverkehr auch mittlere Strecken zwischen fünf und 15 Kilometern mit dem Fahrrad zurückzulegen. Konfliktsituationen mit anderen Verkehrsteilnehmern sowie häufiges Bremsen und Anfahren an Kreuzungen gehören der Vergangenheit an. Da auf Radschnellwegen höhere Reisegeschwindigkeiten erzielt und größere Distanzen zurückgelegt werden können, eignen sie sich auch ideal für E-Bikes und Pedelecs. Durch die Attraktivität der neuartigen Infrastruktur werden neue Nutzergruppen generiert und der Radverkehrsanteil insgesamt gesteigert. Dies führt insbesondere auf der Straße zu einer Entlastung der Hauptverkehrsachsen. Dadurch geht die Stauanfälligkeit zurück und es werden Schadstoffemissionen und Lärmbelastungen reduziert. Da durch Radschnellwege auch im Hinblick auf Tourismus, Freizeit und Sport sowie Lastentransporte neue Qualitäten erreicht werden, erfährt die regionale Nahmobilität insgesamt eine Attraktivitätssteigerung.

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