Radschnellwege Südlicher Oberrhein

Radschnellwege als neues und innovatives Element nachhaltiger Mobilität

Der Regionalverband verfolgt das Ziel, die Mobilität in der Region Südlicher Oberrhein nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Mit der Planung von überörtlichen Radschnellwegen soll der Radverkehr in der Region auch für größere Entfernungen attraktiv werden. Die neue und innovative Radverkehrsinfrastruktur soll insbesondere Berufspendler dazu bewegen, den alltäglichen Weg zur Arbeit häufiger mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Was sind Radschnellwege?

Radschnellwege verlaufen geradlinig, ohne enge Kurven sowie getrennt vom Kfz- und Fußverkehr. Sie weisen keine ungesicherten Querungen und idealerweise keine größere Steigungen auf. Die Fahrbahn besteht aus einer witterungsunabhängigen Oberfläche und ist mindestens vier Meter breit, um einen Zweirichtungsverkehr sowie sicheres Überholen zu ermöglichen. Radschnellwege sind für Reisegeschwindigkeiten von mindestens 20 km/h ausgelegt. Sie werden das ganze Jahr hindurch regelmäßig gereinigt und verfügen über eine wegweisende Beschilderung sowie Beleuchtung.

 

Mehrwert von Radschnellwegen

Radschnellwege bieten insbesondere den Berufspendlern völlig neue Qualitäten. Die Möglichkeit, mit gleichbleibender Fahrgeschwindigkeit und relativ niedrigem Energiebedarf störungsfrei und sicher voranzukommen, erhöht die Bereitschaft im alltäglichen Berufsverkehr auch mittlere Strecken zwischen fünf und 15 Kilometern mit dem Fahrrad zurückzulegen. Konfliktsituationen mit anderen Verkehrsteilnehmern sowie häufiges Bremsen und Anfahren an Kreuzungen gehören der Vergangenheit an. Da auf Radschnellwegen höhere Reisegeschwindigkeiten erzielt und größere Distanzen zurückgelegt werden können, eignen sie sich auch ideal für E-Bikes und Pedelecs. Durch die Attraktivität der neuartigen Infrastruktur werden neue Nutzergruppen generiert und der Radverkehrsanteil insgesamt gesteigert. Dies führt insbesondere auf der Straße zu einer Entlastung der Hauptverkehrsachsen. Dadurch geht die Stauanfälligkeit zurück und es werden Schadstoffemissionen und Lärmbelastungen reduziert. Da durch Radschnellwege auch im Hinblick auf Tourismus, Freizeit und Sport sowie Lastentransporte neue Qualitäten erreicht werden, erfährt die regionale Nahmobilität insgesamt eine Attraktivitätssteigerung.

Potenzialanalyse Radschnellwege Südlicher Oberrhein (2016)

Um einschätzen zu können, ob in der Region Südlicher Oberrhein Potenziale für die Planung von Radschnellwegen vorhanden sind, wurde im Frühjahr 2016 einePotenzialanalyse bei einem externen Gutachter in Auftrag gegeben (DS PlA 10/16).
Das mit dem Gutachten beauftragte Planungskonsortium VIA eG und Planersocietät hat insgesamt 17 Korridore in der Region untersucht. Im Ergebnis weisen sieben Korridore ein ausreichendes Potenzial für die weiterführende Planung von Radschnellwegen auf (PM 20.01.17). Auf der Basis dieser Ergebnisse sind für insgesamt fünf Korridore Machbarkeitsstudien ausgeschrieben worden (DS PlA 02/17, DS PlA 05/18).

Machbarkeitsstudien Radschnellwege Südlicher Oberrhein (incl. Gesamtpublikation)

Machbarkeitsstudien für Radschnellwege im Großraum Freiburg und Offenburg (2017 - 2018)

Der Regionalverband Südlicher Oberrhein hat im Frühjahr 2017 jeweils zwei Machbarkeitsstudien für Radschnellwege im Großraum Freiburg und im Großraum Offenburg von zwei renommierten Planungskonsortien erarbeiten lassen (DS PlA 07/17).

Im Großraum Freiburg wurden die folgenden beiden Korridore auf die Machbarkeit von Radschnellwegen untersucht:

  • Freiburg – Gundelfingen – Denzlingen – Emmendingen / Waldkirch
  • Freiburg – Umkirch / March

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien für den Raum Freiburg liegen seit Frühsommer 2018 vor und wurden in der Planungsausschusssitzung am 21.06.2018 vorgestellt (DS PlA 07/18).

Im Großraum Offenburg wurden die folgenden beiden Korridore auf die Machbarkeit von Radschnellwegen untersucht:

  • Offenburg – Friesenheim – Lahr
  • Offenburg – Gengenbach

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien für den Raum Offenburg wurden am 26.04.2018 im Planungsausschuss vorgestellt (DS PlA 04/18).
Die Studien zeigen, dass auf allen vier untersuchten Strecken die vom Land Baden-Württemberg vorgegebenen Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen weitgehend umsetzbar sind und die Realisierung auch technisch machbar ist. Dass die Realisierung auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist, belegen die für alle vier Strecken errechneten positiven Nutzen-Kosten-Verhältnisse.
Darüber hinaus besteht für die beiden Radschnellwege im Großraum Freiburg und den Radschnellweg zwischen Offenburg und Gengenbach ein kommunalpolitischer Konsens der tangierten Städte und Gemeinden zur Realisierung des jeweiligen Radschnellwegs. Dieser Konsens in wurde jeweils in einer politischen Absichtserklärung (Letter of Intent) dokumentiert.

In der Gesamtpublikation Radschnellwege Südlicher Oberrhein (10 MB) sind die Ergebnisse aller vier Machbarkeitsstudien zusammengetragen.

Machbarkeitsstudie grenzüberschreitender Radschnellweg Offenburg – Strasbourg (2018 - 2019)

Der Regionalverband Südlicher Oberrhein setzt sich für eine grenzüberschreitende Raumentwicklung in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein ein. Gemeinsam mit französischen Partnern aus dem Raum Strasbourg und einem externen Gutachter wird derzeit eine Machbarkeitsstudie für einen grenzüberschreitenden Radschnellweg Offenburg ─ Appenweier/Willstätt ─ Kehl ─ Strasbourg erarbeitet (DS PlA 05/18). Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden für das Frühjahr 2019 erwartet.

Chronologie der Behandlung in den Gremien

  • Planungsausschuss am 21.06.2018
    Vorstellung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudien Freiburg – Gundelfingen – Denzlingen – Emmendingen / Waldkirch sowie Freiburg – Umkirch / March
    DS PlA 07/18
  • Planungsausschuss am 26.04.2018
    Auftragsvergabe für eine grenzüberschreitende Machbarkeitsstudie Offenburg – Appenweier/Willstätt – Kehl – Strasbourg
    DS PlA 05/18
  • Planungsausschuss am 26.04.2018
    Vorstellung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudien Offenburg – Gengenbach sowie Offenburg – Friesenheim – Lahr
    DS PlA 04/18
  • Planungsausschuss am 18.05.2017
    Auftragsvergabe für vier Machbarkeitsstudien
    DS PlA 07/17
  • Planungsausschuss am 25.01.2017
    Ergebnisse der Potenzialanalyse und Ausschreibung einer Machbarkeitsstudie
    DS PlA 02/17 
  • Planungsausschuss am 28.04.2016
    Auftragsvergabe für eine Potenzialanalyse
    DS PlA 10/16

Ansprechpartner: Timo Schortz

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